So idyllisch sich unser kleines Dorf jetzt präsentiert,
Göcklingen hat eine weit bis in die Frühsteinzeit rund 8000
v.Chr. zurückreichende Geschichte. Klar, dass dies nicht ohne Brüche
und Scherben abging - aber das bringt ja bekanntlich Glück. Beginnen
wir mit den grauen Anfängen.
Göcklingen liegt in der oberrheinischen Tiefebene, einem Graben mit -
280 Kilometer Länge und 30 bis 50 Kilometer Breite von beachtlichen
Ausmaßen. Dieser war vor Millionen von Jahren mit Salzwasser gefüllt
und wurde dann allmählich immer süßer zum Binnensee bis
das Wasser schließlich völlig verschwand.
An diese relativ feuchte Zeit des Rheintalgrabens erinnern
heute noch die Funde scharfer Haifischzähne, versteinerter Muscheln
und allerlei sonstigem Meeresgut. In den Steinbrüchen des Pfälzer
Waldes können fleißige Sammler durchaus auch heute noch auf
ihre Kosten kommen und wahre naturkundliche Schätze bergen. Wie wär's
mit versteinertem Meeresgetier als Urlaubssouvenir?
Erste menschliche Spuren tauchen bereits in der Mittelsteinzeit auf, mit vereinzelten, scheinbar achtlos entsorgten Werkzeugen,sogenannten Mikrolithen, wie einem Steinbeil oder verzierten Scherben. Das geschah wohl irgendwann zwischen 4000 und 1800 vor Christus, als das Recht des Stärkeren auch in der Pfälzer Gegend noch gang und gäbe war, Wild und Wurzeln statt Pfälzer Spezialitäten auf der Speisekarte standen. Und nun reist der Faden zunächst ab. Leider fing die Geschichtsschreibung erst viel später mit den Römern an, weshalb herzlich wenig aus dieser wilden Vorzeit überliefert ist.
Kampfplatz großer europäischer Mächte
So finden sich erst ein gutes Jahrtausend später, in
der Römerzeit, erneut Spuren und Zeichen aus der Geschichte: Scherben,
sogar ein Brandschüttungsgrab. Gab es auf unserem Boden vielleicht
einmal einen römischen Gutshof, sprach man hier gar lebendiges Latein?
Wer weiß - die gutturalen pfälzischen Laute lassen davon nichts
mehr erahnen. Dennoch gehörte die Region seit der Eroberung Galliens
durch Caesar zur Provinz Gallica Belgica mit der Hauptstadt Durocortorum,
heute Reims.
Zwischen Klöstern, Burgen, lokalen Größen und fremden Herren hatten die Pfälzer im Laufe der Jahrhunderte recht wechselhafte Zeiten. Zunächst kam der Dreißigjährige Krieg mit seinen Brandschatzungen, dann der Pfälzische Erbfolgekrieg 1688 bis 97, als König Louis XIV angeblich für seine Schwägerin Liselotte von der Pfalz seinen Machtbereich noch etwas ausdehnen wollte. So wurde man auch in Göcklingen französisch. Anfang des 19. Jahrhunderts zogen dann die bayrische Herren ins Land und machten den Bauern die Nutzung des Waldes streitig. Schön, dass wir heute einfach nur wieder Pfälzer sind....