Göcklingen

Göcklingen Panoramabild von Göcklingen

Heiteres und besinnliches aus Göcklingen

Aus den Erinnerungen von Hermann Frech

Warum nicht gleich so!

"Do Hermann, nemm des Schreiwe und trag's vor uff's Burchemeeschteramt," sagte meine Mutter. Wir wohnten damals in Reithers Haus, nur ein paar Meter weit weg davon. Also nahm ich das Schreiben, ging zum Bürgermeisteramt und klopfte an. "Herein", sagte jemand und ich trat ein. "Gun Dach" sagte ich. Da schrie mich der Gemeindesekretär, Herr Wirth aus Mörzheim, an: "Kommt man so ins Gemeindebüro? Raus!" Etwas verwirrt schlich ich hinaus. Was habe ich nur falsch gemacht? fragte ich mich. Natürlich hätte ich die Mütze abziehen sollen, dämmerte es mir.  Also: Zweiter Versuch.

Mütze ab und mit dem Schreiben in der Hand wieder angeklopft. "Herein!" "Gun Dach" Weiter kam ich nicht. "Raus"!  tönte es wieder. Diesmal nur lauter und energischer.

Draußen stand ich nun, verwirrt und ratlos. Was habe ich nur falsch gemacht? dachte wieder und wollte gerade heim gehen, da ging die Tür auf . Heraus trat Frl. Engel, die Gemeindesekretärin und sagte freundlich zu mir: "Hermännel, heit muss man "Heil Hitler" saache, un nit Gun Dach!"

Ich nickte schnaufte tief und klopfte zum dritten mal an. "Herein!". In der linken Hand die Mütze samt dem Schreiben trat ich ein, riss die rechte Hand hoch und sagte laut: "Heil Hitler!" - "Warum nicht gleich so", meinte Herr Wirth, nun in ruhigem sachlichen Ton.

Ja, warum nicht gleich so?!

pkl

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