Göcklingen

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Erntedankfest in Göcklingen

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Unsere Bilder zeigen: Pfarrerin Helfrich bei ihrer Predigt,
den Altar und einen Teil der Lebensmittelspenden in der katholischen Kirche.

Das Erntedankfest ist ein kulturell verankerter Ritus, der im Christentum und in anderen Kulturkreisen nach Einbringung der Feldfrüchte in Dankbarkeit an den Ertrag in Landwirtschaft, Weinbau, Garten und Wald auch daran erinnert, dass es nicht allein in der Hand des Menschen liegt, über ausreichend Nahrung zu verfügen. Erntedankfeste gab es schon in vorchristlicher Zeit. Weltweit gibt es keinen einheitlichen Termin hierfür, weil die Ernte, je nach Klimazonen zu verschiedenen Zeiten eingebracht wird. In Mitteleuropa wird das Erntedankfest meist am 1. Sonntag im Oktober in den Kirchen  oder auch in Verbindung mit öffentlichen Prozessionen gefeiert.

So wurde auch am vergangenen Sonntag in beiden Göcklinger Kirchen an die Ernte der Feldfrüchte und an alle anderen Wohltaten, die den Menschen zuteil werden, gedacht. "Dankbarkeit ist selten geworden. Wir Menschen können alles selber machen und suchen  bei Misserfolgen die Schuld bei anderen. Oder sollen wir Gott noch danken für trockene und heiße Sommer oder Flutkatastrophen, die über die Menschen hereinbrechen?" So die  provokativen Worte des Pfarrers Christian Eiswirth bei seiner Predigt. Und weiter: "Gott hat uns seine Schöpfung anvertraut, was wir daraus machen, können wir ihm nicht "in die Schuhe schieben".  Wir können ihm nur danken und ihn um Verzeihung bitten, was wir Menschen daraus gemacht haben.

Pfarrerin Dorothea Helfrich konnte sich über ein volles Gotteshaus freuen. In ihrer Predigt ging sie auf die Geschichte ein, in der in einer Notzeit ein  alter Arzt  ein ihm geschenktes Brot an die kranke Tochter eines Lehrers weiter verschenkte. Diese gab es an eine Flüchtlingsfamilie weiter, die nichts zu essen hatte. Von dort "wanderte" das Brot zu einer Frau mit drei Kindern, die ihre Arztrechnung noch nicht bezahlt hatte. So gelangte das Brot wieder zu dem Arzt, der es bis zu seinem Tod als Erinnerungsstück zurück legte. In seinem Vermächtnis vermerkte er: "So lange es noch so viel Liebe gibt unter den Menschen, kann es uns nicht so schlecht gehen." Obwohl das Brot nie gegessen wurde, sättigte es viele Menschen als Zeichen der Liebe und als Vorgeschmack auf das große Abendmahl im Reiche Gottes.

Die am Erntedank traditionell eingehenden Lebensmittelspenden beider Konfessionen werden an die benachbarten Tafeln für Bedürftige weiter geleitet.

pkl

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