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Was gibt es Neues zum Thema Parkinson?


Zu dem brisanten Thema: „Neueste Erkenntnisse aus Forschung und Medizin“ hatte die Parkinson-Selbsthilfegruppe der Südpfalz die Betroffenen und deren Angehörigen ins BKV-Zentrum des Pfalzklinikums Klingenmünster eingeladen. Mehr als 70 Personen interessierten sich hierfür, zu dem  Ilona Csoti, ärztliche Direktorin der Gertrudis Fachklinik Biskirchen referierte.

Man schätzt etwa 300 000 bis 400 000 Parkinson Patienten in Deutschland. Die Dunkelziffer dürfte nochmals 100 000 betragen. In den letzten 10 Jahren sind über 110 neue Wirkstoffe in der Entwicklung der Pharmaindustrie. Die Zulassung haben bisher nur wenige erreicht, weil sich die Studien hierüber lange Zeit strecken und die Wechsel- bzw. Nebenwirkungen mit anderen herkömmlichen Medikamenten noch nicht ausreichend erforscht seien. Außerdem wird die in 5 Stadien eingeteilte Krankheit, die im Endstadium bis zur absoluten Hilfsbedürftigkeit führt, meist erst in der Phase 2 oder 3 erkannt und behandelt. Insofern können die Studien über die Krankheit nicht rechtzeitig beginnen. 80 % der Patienten leiden an der herkömmlichen Form der Krankheit mit dem charakteristischen Zittern. Die atypische Formen, an der etwa 20 % leiden sind Beispielsweise die „Progressive supranukleäre Blickparese“ die oft erst nach einigen Jahren erkennbar wird, oder die „Multisystematrophie“. Im Gegensatz zum bekannten Typ leiden die Betroffenen an Bewegungsschwierigkeiten und häufigen unvorhergesehenen Stürzen.

Die Naturheilkunde empfiehlt als Heilmittel den Verzehr von D-Lactaten (linksdrehende Milchsäuren) und dunkle Früchte einschließlich Trauben, welche die Zellen schützen.

In jedem Fall ist die Verträglichkeit bei der Einnahme mehrerer Medikamente  zu beachten. Bei Unverträglichkeit können sowohl Herzrhythmusstörungen als auch Kreislaufschwäche auftreten. Neuere Mittel aus Japan und den USA sind zwar in der Erprobung, in Deutschland aber noch nicht zugelassen. Die neueren Mittel zielen darauf ab, eine längere Wirkungsdauer  zu erreichen, (so genannte Akkordeon-Pille). Große Hoffnungen setzt man auf die "Pflaster-Pumpe" als Ersatz für herkömmliche Medikamente, deren Wirkstoffe über die Haut in die Blutbahn gelangen.

Man schätzt, dass 5 bis 10 % der Krankheitsfälle vererbt werden. Die Forschung beschäftigt sich zunehmend mit toxischen Einflüssen der Umwelt (Gifte in der Umwelt), Ursachen oder genaue Erkenntnisse sind noch nicht bekannt.

Die für die Betroffenen sehr verständlichen Ausführungen der Referentin führten im Anschluss zu vielen öffentlich vorgetragenen und privaten Fragen, die von der Expertin ausführlich beantwortet wurden.

Unterstützend für die Patienten war die psychiatrische Fachkrankenschwester Sarah Doll vom Pfalzklinikum und der Leiter der Selbsthilfegruppe Jean-Jacques Sarton anwesend.Er eröffnete die Veranstaltung und dankte abschliessend der Referentin mit einem Präsent.

Der reguläre Gruppentreff der Selbsthilfegruppe findet an jedem dritten Dienstag im Monat von 14.30 Uhr bis 17 Uhr statt. Neue Interessenten sind immer herzlich willkommen.

pkl

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