Göcklingen

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Veränderter Personaleinsatz in den Weinbergen

Unser Bild zeigt einen Traubenvollernter bei der Personal extensiven Weinlese.

Den meisten Lesern, den jüngeren weniger, ist die klassische Weinlese mit einem enormen Personalaufwand noch gut in Erinnerung. In der Regel wurde der Beginn der Lese behördlich fest gelegt. An besagtem Tag begaben sich Kolonnen von Kuhfuhrwerken, Pferdegespannen und später Traktoren mit einem Tross von Helfern, acht je Betrieb waren es mindestens in die "Wingert" um die Trauben zu ernten. In der Gemarkung war es so laut wie auf dem Jahrmarkt. Mittags wurde draußen gegessen und bei Einbruch der Dunkelheit ging es wieder zurück ins Dorf. Nach dem Abendessen ging es für die Männer im Kelterhaus weiter. Oft wurde die halbe Nacht gekeltert, damit am nächsten Tag wieder genügend Platz für die zu erntenden Trauben war. So ging das vier Wochen, bei der halben Weinbergsfläche wie heute.

Und wie sieht es heute aus?

Vereinzelt, um nicht zu sagen - spärlich - sieht man einen Winzer mit seinem Maischewagen auf den Wirtschaftswegern fahren, wo der Traubenvollernter bereits wartet. In kurzer Zeit ist der Weinberg geherbstet, der Winzer fährt seine Trauben heim und der Vollernter fährt zum nächsten Weinberg.

Der Betrieb bei der Winzergenossenschaft oder an anderen Annahmestellen läuft geordnet ab, Kurz nach Einbruch der Dunkelheit kehrt im Ort Ruhe ein, wie an jedem anderen Tag im Jahr mit Ausnahme bei den in nicht geringer Zahl stattfindenden Festen.

Doch kaum ist der Herbst vorbei, noch bevor die ersten Nebel wallen, beginnt das "neue" Leben in den Weinbergen. Verhaltene Geräusche von elektrischen Rebenscheren durchdringen die Stille, dunkel oder Signal farbige Kleidungsstücke und osteuropäisch klingende Laute beleben die triste Novemberlandschaft. Es ist die Zeit des Reben Schneidens angebrochen, bei der noch menschliche Muskelkraft erforderlich ist. Sechs oder acht Personen in einem Wingert sind keine Seltenheit. Da sind die osteuropäischen Helferinnen und Helfer willkommen, die sich gern ein finanzielles "Zubrot" verdienen, mit dem sie an Weihnachten wieder in ihre Heimat zurück kehren und ihre Angehörigen reichlich beschenken können. So betrachtet, hat jede Partei einen Vorteil von dem gegenseitigen Engagement. Erstaunlich ist allerdings, wie sich der Personaleinsatz in den Weinbergen fast unbemerkt aber dauerhaft grundlegend verändert hat.

pkl

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