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Vaterfigur der Deutschen

Heute vor 70 Jahren, am 12. September 1949 wurde Theodor Heuss zum Ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

Geboren am 31. Januar 1884 in Brackenheim, gestorben am 12. Dezember 1963 in Stuttgart. Er war Mitbegründer der FDP 1948 und deren erster Vorsitzender. Eheschließung am 11. April 1908 mit Elly Knapp in Straßburg. Das Paar wurde von Albert Schweitzer getraut, der mit der Familie der Braut befreundet war. Heuss war Journalist, Publizist, Politikwissenschaftler, liberaler Politiker und von 1949 bis 1959 der erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschlands. Am 12. September 1949 wurde er im zweiten Wahlgang mit absoluter Mehrheit u.a. gegen den SPD-Kandidaten Kurt Schumacher gewählt.

Unter massivem Druck und Gewaltandrohung stimmte Heuss 1933 als Abgeordneter der Deutschen Staatspartei dem Ermächtigungsgesetz von Adolf Hitler zu, geriet aber bald selbst ins Visier der Gestapo und verlor im Jahr 1933 schon einige seiner öffentlichen Ämter und Funktionen. Das Kriegsende, das er mit seiner Frau in einer Dachwohnung in Heidelberg-Handschuhsheim erlebte, empfand er als Befreiung vom nationalsozialistischen Joch.

Heuss war Mitglied des Parlamentarischen Rates, der in Bonn tagte und eine neue deutsche Verfassung erarbeiten sollte. Dem Einfluss Heuss ist es zu verdanken, dass es die Präambel zum Grundgesetz vermied, den provisorischen Charakter des Grundgesetzes allzu deutlich zu betonen, was später durch die Wiedervereinigung besonders vorteilhaft war.

Schon bei der Grundgesetzberatung war der Name Heuss als künftiges Staatsoberhaupt ins Spiel gebracht worden. Schließlich einigten sich CDU und FDP auf seine Kandidatur. In seiner frühen Amtszeit war der Ruf Deutschlands in der Welt noch sehr fragil. Die erste Reise führte Heuss als Staatsoberhaupt erst im Jahr 1956 nach Griechenland und auch nur deshalb, weil die deutschen Verwandten des Königs sie vermittelten.

Heuss schrieb seine Reden selbst. Er wurde deshalb im eigenen Land authentisch empfunden und im Volksmund liebevoll "Papa Heuss" genannt. Seinetwegen erwog man sogar, das Grundgesetz dahin gehend zu ändern, die Amtszeit des Bundespräsidenten zu verlängern. Die Londoner "Times" schrieb nach seinem Tod: "Professor Heuss war außergewöhnlich erfolgreich als Bundespräsident und verkörperte bis zur Perfektion das Konzept des gebildeten Ehrenmannes".

pkl

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