Göcklingen

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Kreative KiTa-Leitung

"Was Hänschen nicht lernt.." oder aus der "Corona-Not" eine Tugend gemacht.

Außenstelle der KiTa auf grüner Wiese

Bei der Wiederöffnung nach der gesetzlich veranlassten Schließung der KiTa am 8. Juni konnte der geforderten Sicherheitsabstand unter den Kindern auf dem Außenbereich für drei Gruppen nicht eingehalten werden. Da besann sich die Leiterin Tanja Drieß-Labbé auf das schon länger bestehende Angebot von Friedel Löffler, seine Wiese am westlichen Ortsrand, die bisher als umzäuntes Wildgehege diente, als Ausflugsziel und Ausweichquartier für die Kinder zu nutzen.

Während der zeitlich begrenzten Öffnungszeit der KiTa ist Drieß-Labbé mit zwei weiteren Erzieherinnen mit der "Bärengruppe" - (Vorschulgruppe) bis zu 14 Kindern - nach Zustimmung aller beteiligten Eltern auf das angebotene Grundstück "ausgewandert". Bei idealer Wegführung ist lediglich einmal eine Ortsstraße zu überqueren, ansonsten führt die Strecke über Wirtschaftswege. Schon in dieser Phase werden die Kinder in "ersten Gehversuchen" auf die Verkehrserziehung vorbereitet. Ein Bauwagen und sonstige Unterstellmöglichkeiten auf dem Grundstück bieten ausreichend Witterungsschutz. Bänke und andere Sitzgelegenheiten sind ebenfalls vorhanden. Wetterfeste Kleidung einschließlich Schuhwerk ist natürlich Voraussetzung. Bei der Betreuung in freier Natur lernen die Kleinen spielerisch Pflanzen und Tiere kennen, können die Entwicklungsstadien vieler Obstsorten wie Zwetschgen, Äpfel, Birnen, Kirschen oder Hasel-bzw. Walnüsse nachvollziehen, beobachten die verschiedenen Vögel und wissen auch, warum Spinnen nützlich sind. Einige der Kinder haben erstmals einen lebenden Maikäfer gesehen. Zwischenzeitlich genießen sie das selbst gegrillte Stockbrot an geschnitzten Stöcken mit Würstchen, können sich bei den verschiedensten Spielen austoben und erleben dabei ihre natürlichen Grenzen. Auf kleinere Verletzungen wie Hautabschürfungen ist man Erste-Hilfe-mäßig vorbereitet. Insektenstiche hat es bisher noch keine gegeben. Der kleine Paul findet den Aufenthalt im Freien viel schöner als in der KiTa. "Man kann herum tollen und mit vielen Sachen, die man noch nicht kennt, spielen." Kurzum, die Kinder fühlen sich wohl. Nur die Mamas haben mehr Kleidungsstücke zu waschen.

Der erfolgreiche Versuch wird von den Eltern voll unterstützt. Sie bringen ihren Nachwuchs zur vereinbarten Zeit an die "Filiale" und holen ihn dort wieder ab oder die ganz Tags betreuten Kinder gehen zur KiTa zurück und werden dort am Ende der Betreuungszeit von ihren Eltern in Empfang genommen.

Mit Begeisterung gibt es daheim viel zu erzählen. Erschöpft sinken die meisten in ihr Bettchen, träumen vielleicht vom Vortag und freuen sich auf neue Abenteuer am kommenden Tag.

Ob aus der "Nebenstelle" eine dauerhafte Einrichtung wird, wird die Zukunft zeigen.

pkl

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